Die Entstehung von Breakdance

Wer an einem Samstag Nachmittag durch die Fußgängerzone größerer Straßen schlendert, kommt oft nicht an ihnen vorbei, ohne zu staunen. Angezogen von der Musik findet man sich in einem Kreise anderer Passanten wieder, die gebannt auf eine Gruppe junger Menschen schaut, welche die Zusehenden mit ihren ausgefallenen Choreografien und akrobatische Tanzeinlagen in Staunen versetzen. Der Tanz, den die jungen Leute aufführen heißt Breakdance. Jeder hat schon einmal davon gehört und fast jeder stand schon einmal an eine solchen Samstag als Zuschauer in einer Fußgängerzone. Doch woher kommt Breakdance eigentlich?
Breakdance, eigentlich B-Boying oder B-Girling, ist eine Form des Tanzes, welche von ihrem Ursprung her auf der Straße getanzt wurde. Diese Tanzform entstand in den 19070er Jahren in New York neben MC-ing, DJ-ing und Graffiti als ein Teil der Hip Hop-Kultur. Die ursprüngliche Bezeichnung dieses Tanzstiles ist B-Boying. Der Begriff Breakdance wurde von den Medien erfunden, um das Phänomen besser vermarkten zu können. So wurden unter dem Begriff Breakdance fälschlicherweise die Tanzsstile B-Boying, Lociung, Popping und Electric Boogie zusammengefasst. Inder heutigen Zeit weren die Begriffe B-Boying und Breakdance weitestgehend synonym verwendet.

Breakdancing ist heutzutage eine auf der ganzen Welt verbreitete Tanzform, die beliebt und anerkannt ist. Breakdance und die dazugehörige Kultur verfolgt eine Philosophie, die frei von Rassengrenzen und Diskriminierung ist. B-Boying wird nicht nur überall auf der Welt getanzt und geliebt, sondern hat ebenfalls einen Einfluss auf viele andere Bereiche des kulturellen Lebens, wie beispielsweise die Werbung oder die Mode. So werden Modemarken wie Cipo&Baxx nicht nur von Breakern und Angehörigen der Hip Hop-Kultur getragen.

Ursprünge des B-Boying


Angefangen hat alles in der amerikanischen Stadt New York, genauer gesagt im südlichen Teil des Stadtteils Bronx. Das dortige Ghetto war in den späten 1960er Jahren geprägt durch Gewalt, Drogen und Prostitution. Rivalisierende Gangs bekämpften sich mit allen Mitteln.Unter diesen Voraussetzungen entwickelte sich Anfang der 70er Jahre B-Boying. Wer genau den Tanz erfunden hat, kann heutzutage nicht nachgewiesen werden. Vermutlich kann diese Erfindung jedoch nicht einer einzelnen Person zugeschrieben werden. Der Tanz war jedoch eine Interpretation der Gewalt,die zwischen Gangs stattfand. Im laufe der Zeit ersetze Breakdance zunehmend die reale Gewalt. Viele sozial benachteiligte Jugendliche afroamerikanischer und puertorikanischer Herkunft sahen den Tanz als Ausdrucksform und als Mittel, sich unter Gleichaltrigen zu beweisen. Die jeweiligen Tänzer wurden als B-Boys bezeichnet, was auf den in der damaligen Zeit sehr bekannten DJ Kool Herc zurück geht.

Mitte der 1970er Jahre bildeten sich erste Tanzgruppen, die Crews genannt wurden, unter ihnen auch die weltweit bekannte Rock Steady Crew. B-Boying wurde zu dieser Zeit verstärkt in Form von Wettkämpfen ausgetragen, die Battles genannt wurden. Bei einem derartigen Wettstreit traten zwei Crews gegeneinander an und versuchten sich mit ihren Tanzkünsten gegenseitig zu überbieten. Derartige Battles waren eine gewaltfreie Alternative zu den blutigen Auseinandersetzungen, die damals alltäglich waren. Breakdance-Battles sind in der heutigen Zeit ein fester Bestandteil der Hip Hop-Kultur. Seit den 190er Jahren werden sogar internationale Wettkämpfe im Breakdance ausgetragen. Der größte Wettstreit dieser Art ist der jährlich stattfindende Battle of the Year.

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