Musikcharts - Marketingsinstrument oder Kaufhilfe für Musikliebhaber?

"Da wird doch jetzt immer dieses eine Lied rauf und runter auf jedem Sender im Radio gespielt. Wie heißt es doch gleich?" Oft lohnt sich ein Blick in die brandneuen Musik Charts - eine Rangliste, in der aktuelle Musiktitel geführt werden, und die eine große Aussagekraft über die Beliebtheit der entsprechenden Stücke gibt. Die Kriterien zur Erstellung der Hitliste sind u.a. die Häufigkeit der Wiedergabe im Radio, CD-Verkaufszahlen und Downloads im Internet.

Um Veränderungen im Konsumverhalten der Musikliebhaber besser darstellen zu können, werden Hitlisten meist wöchentlich neu erstellt. Diese Listen haben einen enormen Einfluss auf das Kaufverhalten, denn eine Scheibe, die hoch gelistet ist, zieht mehr Kaufinteressenten an. Und je beliebter ein Titel bei den Hörern ist, desto wichtiger ist es für Rundfunkanstalten, diesen im Programm zu haben, um möglichst viele Hörer an sich zu binden. Deshalb bilden Rankings eine außerordentlich wichtige Beurteilungsgrundlage für das Radioprogramm.

Hitlisten gibt es in unendlicher Fülle: Beinahe jede Musikzeitschrift, jeder Radiosender und die großen Musikhandelsketten haben eine eigene. Dabei sind die einzelnen Rankings nie identisch. Als Konsument sollte man sich dessen genauso bewusst sein wie der Tatsache, dass es reine Marketinginstrument der Musikindustrie sind. Allerdings gibt es für jedes musikalische Genre Hitlisten, so dass man einen schnellen Überblick darüber bekommt, welche Künstler gerade "in" sind und was welche Neuerscheinungen es gibt.

Über die Qualität der Musik sagt ein hohes Ranking allerdings nichts aus. Hier bleibt es dem Musikliebhaber vorbehalten, seine Ohren offen zu halten und sich beim Kauf nicht nur von Hitlisten leiten zu lassen